Avatara

Göttliche Erkenntnis – Göttliche Wonne

von Swami Sivananda

Avatara

Das Gesetz, das die Herabkunft Gottes bestimmt
Der Unterschied zwischen einem Jivanmukta und einem Avatar

Als Jesus geboren wurde, sangen Engel ein schönes Lied zum Lobe Gottes und offenbarten so den Zweck seiner Herabkunft:

Ehre sei Gott in der Höhe. Und auf Erden Friede, guten Willen, den Menschen.

Jesus war in diese Welt der Menschen gekommen, um die wahre und höchste Herrlichkeit Gottes wiederherzustellen – Frieden auf Erden und guten Willen in den Herzen der Menschen gegenüber allen Mitwesen.

Das Gesetz, das die Herabkunft Gottes bestimmt

Das Gesetz, das die Herabkunft Gottes auf die Erde bestimmt, ist zu allen Zeiten und überall dasselbe. Gott steigt herab, damit der Mensch aufsteige. Das Ziel eines jeden Avatars ist es, die Welt vor großer Gefahr zu retten, die Schlechten zu vernichten und die Tugendhaften zu schützen. Shri Krishna sagt: “Immer wenn Rechtschaffenheit darnieder liegt, komme Ich. Um die Guten zu schützen, die Bösen zu vernichten und Rechtschaffenheit fest zu begründen, werde ich in jedem Zeitalter geboren.”

Wenn Unehrlichkeit wächst und Ehrlichkeit im Abnehmen begriffen ist, wenn die ungöttlichen Kräfte stärker zu sein scheinen als die göttlichen, wenn das Wort Gottes oder die Gebote seiner Abgesandten in Vergessenheit geraten oder mißachtet werden, wenn religiöser Fanatismus den Buchstaben der Schriften folgt und ihren Geist tötet, dann ist der Zeitpunkt gekommen, daß Gott auf der Erde inkarniert, um den Menschen zu retten, um Rechtschaffenheit zu retten. Er nimmt menschliche Gestalt an, wenn Er auf die physische Ebene herniederkommt und wird Avatara genannt.

Der Unterschied zwischen einem Jivanmukta und einem Avatar

Ein einfacher Jivanmukta ist wie ein Stern, der in der Nacht strahlt. Er spendet nur ein bißchen Licht. Irgendwie ist er durch Tapas und Sadhana zum anderen Ufer gelangt. Er kann nicht eine große Zahl von Menschen erheben. Wie die Wasser einer kleinen Quelle nur den Durst einiger Pilger löschen können, kann auch dieser Kevala-Jnani nur wenigen Menschen Frieden bringen. Wohingegen ein Avatar eine mächtige Person ist. Er ist wie der große Manasarovarsee. Er entfernt den Schleier der Unwissenheit Tausender Männer und Frauen und führt sie ins Land der ewigen Ruhe, Wonne und des ewigen Sonnenscheins.

Avatare sind eins mit dem Höchsten. Sie sind nicht Teile wie die individuellen Seelen. Avatare oder Inkarnationen sind Strahlen Gottes. Wenn die Aufgabe des Lokasangraha vorüber ist, verschwinden sie aus der Welt.

Arten von Avataren

Es gibt verschiedene Avatare. Es gibt Purna-Avatare mit allen Kalas (Strahlen, göttliche Kräfte). Es gibt Amsa-Avatare, teilweise Inkarnationen. Es gibt Lila-Avatare.
Shri Krishna war ein Purna-Avatar. Shri Shankaracharya war ein Amsa-Avatar. Matsya, Kurma, Narasimha, Vamana, Varaha, Rama und andere waren Lila-Avatare.
Krishna und Rama waren Avatare Gott Vishnus. Dakshinamurti war eine Inkarnation Gott Shivas. Dattatreya war der Avatar der drei Murtis – Brahma, Vishnu und Shiva. Brahma, Vishnu und Shiva sind drei Aspekte Gottes. Brahma ist der schöpferische Aspekt; Vishnu ist der erhaltende Aspekt; Shiva ist der zerstörende Aspekt. Es gibt keinen Polytheismus in der Hindureligion. Shiva, Vishnu, Brahma und Shakti sind verschiedene Aspekte des einen Gottes.

Der Grad von Gottes Offenbarwerdung in verschiedenen Avataren

Die Rishis von einst haben die Lehrmeinung dargelegt, daß der Herr des Universums in sechzehn sich ausbreitenden Kalas (Strahlen) der Offenbarwerdung existiert, daß ein Strahl seines Lebens sich im Pflanzenreich manifestiert, zwei im Tierreich und zwischen fünf und acht im menschlichen Bereich, gemäß der Regel, nach der wir uns von der Primitivität am einen Ende der Skala zum höchstentwickelten Stand am anderen Ende hinbewegen. Das Offenbarwerden Gottes bewegt sich zwischen neun und sechzehn Strahlen. Die vollen oder Purna-Avatare sind die, in denen alle sechzehn Strahlen vorhanden sind. Shri Krishna war ein Purna Avatar mit sechzehn Strahlen. Gott Rama war ein Avatar mit vierzehn Strahlen. Theosophen nennen auch sieben Strahlen, zwölf Strahlen und so weiter, wenn sie das Stadium spiritueller Entwicklung ihrer Meister und Adepten beschreiben.

Die göttliche Gestalt eines Avatars

Manche Menschen sagen: „Wie können wir Krishna als  Bhagavan (Gott) ansehen? Er wurde geboren und er starb. Er ist nur ein Mensch“. Dies ist eine falsche Behauptung. Das ist die Aussage eines unwissenden Kindes. Shri Krishna nahm nur eine Zeit lang Gestalt an, um Loka-Sangraha Arbeit zu verrichten, die Solidarität oder das Wohlergehen der Menschheit zu bewirken, und verschwand dann. Shri Krishna ist Gott Hari selbst. Darüber besteht kein Zweifel.
Gott Rama ist die höchste Seele, der Antaryamin, der Beschützer aller Wesen. Er ist allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. Er ist Gott Hari. Er war nie geboren worden. Er starb nie. Gott Hari offenbarte sich einfach in der Form von Rama, um Loka-Sangraha zu verrichten und verschwand dann.

Gott Rama und Gott Krishna hatten keine physischen Körper. Ihre Körper bestanden nicht aus den fünf Elementen. Sie hatten göttliche Gestalten. Sie hatten Chinmayakörper, wenn sie auch aussahen wie Fleisch. Sie hatten keine wirkliche Geburt und keinen wirklichen Tod wie Menschen. Sie erschienen und verschwanden, wie ein Yogi es tut. Ihre Körper verblieben nicht in dieser Welt. Für ihre Körper gibt es keine Zerstörung.
Wie ein Schneider, der für andere Mäntel macht, auch für sich selbst einen Mantel machen kann, kann Gott, der Körper für andere geschaffen hat, auch genausogut einen Körper für sich selbst erschaffen. Darin liegt keine Schwierigkeit. Er ist allmächtig und allwissend. Da er Kontrolle über Maya hat, ist er sich seiner göttlichen Natur völlig bewußt, obwohl er eine Gestalt annimmt. Trotzdem ist er unendlich und ungebunden.
Manchmal besucht der König das Gefängnis und betritt die Zelle eines Gefangenen, um zu sehen, wie die Dinge im Gefängnis laufen. Er tut dies zum Wohl der Gefangenen. Er ist ganz ungebunden, und trotzdem geht er aus freiem Willen selbst in die Zelle. Genauso nimmt ein Avatar aus freiem Willen einen Körper an, um die Menschen zu erheben. Er ist ganz ungebunden und hat absolute Kontrolle über Maya wie der König; während der Jiva ein Sklave von Avidya ist, solange er keine Selbstverwirklichung hat.

Begegnung mit Avataren

Es gibt Menschen, die mit Avataren in Kontakt treten wollen, ohne dafür die richtigen Voraussetzungen zu haben. Selbst wenn ein Avatar vor Dir steht, wirst Du Ihn nicht erkennen können. Du hast nicht die Augen, um Ihn als solchen identifizieren zu können. Du wirst Ihn nur für einen gewöhnlichen Menschen halten. Wieviele konnten die Göttlichkeit Shri Krishnas erahnen? Erkannten Jarasandha, Shishupala und Duryodhana Ihn als Avatar von Gott Hari? Sehr wenige Menschen, wie Bhishma, erkannten in Shri Krishna den Avatar. Deshalb sagt Gott: „Die Toren erkennen Mich nicht, wenn Ich in menschlicher Gestalt erscheine, denn sie kennen nicht Meine höchste Natur als großer Herr der Wesen.“

Nur ein Heiliger kann einen Heiligen verstehen. Nur ein Jesus kann einen Jesus verstehen. Wie kann ein Patient um die Verdienste eines Arztes wissen?
Ein Anfänger auf dem spirituellen Weg muß sich allmählich vorbereiten. Er muß von verschiedenen Upa-Gurus spirituelle Unterweisungen erhalten und sie streng befolgen. Er muß sich darauf vorbereiten, zu einem Brahmanishtha-Guru zu gehen, Meditation zu üben und Gott in der Meditation zu sehen.
Wenn Du über die vier Mittel zur Errettung verfügst, wenn Du so brennendes Vairagya hast wie Gott Buddha oder Raya Bhartrihari, wenn Du vergeben kannst und geduldig bist wie der Avanti Brahmin von Ujjain, wenn Du Hingabe an den Meister besitzt wie Trotaka oder Padmapada, kannst Du sofort mit Avataren und Heiligen in Berührung kommen, in diesem Augenblick.

Kannst Du dienen wie Florence Nightingale? Kannst Du gehorchen wie ein Soldat auf dem Schlachtfeld? Kannst Du großzügig sein wie Ranti Deva? Kannst Du schlaflose Nächte in Hingabe an Gott verbringen wie Mira? Kannst Du Tapas üben wie Dhruva? Kannst Du zu Deinen Überzeugungen stehen wie Mansoor und Shams Tabriez? Kannst Du furchtlos sein wie der Heilige, der Alexander den Großen an den Ufern des Indus traf?
Wenn Du Ja sagst, wirst Du auf der Stelle Selbstverwirklichung haben. Du wirst in diesem Augenblick Kontakt mit Avataren und voll erblühten Yogis haben. Sei erst würdig und dann wünsche.

Gottverwirklichung durch Verehrung von Avataren

Du kannst Gottverwirklichung erlangen durch die Verehrung von Avataren wie Shri Krishna und Gott Rama. Viele haben bereits auf diese Weise Gottverwirklichung erreicht. Tukaram, Ramdas, Surdas, Mira Bai und Tulsidas haben Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen. Ihre machtvollen Schriften beschreiben ihre hohen spirituellen Erfolge.

Verehre Gott Rama oder Shri Krishna zu allen Zeiten, von ganzem Herzen und aus ganzer Seele. Preise Ihn in Deinem Herzen. Er wird sich Dir bald offenbaren und Du wirst Seine Gegenwart fühlen. Du wirst Unsterblichkeit und ewiges Glück erreichen.
Gott offenbart sich denen, die an Ihn glauben, auf vielerlei Art und Weise. Er nimmt die Form an, die der Gläubige zur Verehrung gewählt hat. Wenn Du Ihn als Gott Hari mit vier Händen verehrst, wird er als Hari zu Dir kommen. Wenn Du Ihn als Shiva anbetest, wird Er Dir Darshan als Shiva geben. Wenn Du Ihn als Mutter Durga oder Kali verehrst, wird Er als Durga oder Kali zu Dir kommen. Wenn Du Ihn als Rama, Krishna oder Gott Dattatreya anbetest, wird Er zu Dir als Rama, Krishna oder Dattatreya kommen. Wenn Du Ihn als Christus oder Allah verehrst, wird Er als Christus oder Allah zu Dir kommen.

Alles sind Aspekte des einen Ishwara (Gottes). Egal in welcher Gestalt, man verehrt immer nur Ishwara. Die Verehrung richtet sich an den innewohnenden Gott in der Gestalt. Es ist Unwissenheit, zu denken, eine Gestalt sei einer anderen überlegen. Alle Gestalten sind ein und dasselbe. Alle verehren denselben Gott. Die Unterschiede sind nur Unterschiede im Namen, bedingt durch die Unterschiede in den Gläubigen, aber nicht im Gegenstand der Verehrung.
Der wahre Jesus oder Krishna ist in Deinem Herzen. Er lebt dort für immer. Er wohnt in Dir. Er ist immer Dein Partner. Es gibt keinen Freund, wie den, der in Dir wohnt. Verlasse Dich auf Ihn. Nimm Zuflucht bei Ihm. Verwirkliche Ihn und sei frei.

Quelle: http://www.yoga-vidya.de/Yoga–Buch/Wonne/avatara.htm

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