Spiritueller Hintergrund von Märchen "Der Froschkönig"

Hubertus Halbfas erzählt von drei Brüdern, die einen Brunnen aufsuchen, den Ort, an dem sie die Wahrheit über sich erfahren können. Nur der jüngste hat den Mut, ganz tief hinabzusteigen.

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Auf die Erzählung folgt ein Dialog zwischen einem Weisheits-Lehrer und seinem Schüler.

„Wo gibt es den Brunnen, in den ich springen könnte?“

„Je weiter du in die Welt ausschweifst, umso entfernter bist du ihm. Suchst du bei dir, schaust du über seinen Rand.“
„Dann ist der Brunnen in mir?“
„Deine eigene Tiefe!“
„Aber warum dann Angst haben. Was in mir ist, muß ich doch nicht fürchten?“
„Nichts ist dem Menschen unbekannter und erschreckender als die eigene Seele.
Die meisten Menschen haben Todesängste, in das Brunnenloch zu steigen und
den Abstieg zum unbekannten Seelengrund zu wagen. Sie leben nur außen, von
allem gefesselt, was zur Schau gestellt wird, aber sie werden schon verwirrt,
wenn sie nur einen Blick über den Brunnenrand werfen sollen. Ihre Sicherheit
liegt im Geläufigen der äußeren Welt; vor der Tiefe in sich selbst sind sie voll
hilfloser Not. Aber der Brunnen ist noch nicht verschüttet. Wer ehrlich will,
kann ihn finden und das Wagnis beginnen.“
Der Buchtitel „Der Sprung in den Brunnen“ gibt schon die Richtung der Spirituellen Reise an, wie sie H. Halbfas versteht. Es ist ein Weg ins Innere, ein wahrhaftiges Wahrnehmen der Abgründe der eigenen Seele und ein vertrauensvolles Sich-versenken in Gott.

Der Brunnen in „Frau Holle“ und „Der Froschkönig“:
Hinabstieg in eine jenseitige Welt und Wahrnehmung des eigenen „Schatten“

„Und der Brunnen war tief, so tief, daß man keinen Grund sah.“
In diesen Brunnen hinein fällt die Goldene Kugel der Prinzessin, die so schön war, „dass die Sonne selber sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien.“

Ein Frosch mit einem „dicken, hässlichen Kopf“ – in Wirklichkeit ein verwunschener Prinz – holt die „Kostbare Perle“ wieder ans Tageslicht.

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Wir alle kennen das Märchen „Der Froschkönig“, mit dem die Brüder Grimm ihre Sammlung begonnen haben. Für die meisten sind Volksmärchen nur schöne phantasievolle, aber „unwahre“ Geschichten für Kinder. Man kann sie aber auch lesen als höchst aufschlussreiche Weisheitsgeschichten für Erwachsene, in denen grundlegende menschliche Phänomene verschlüsselt dargestellt werden. Meistens geht es um wichtige Lebensfragen: Wie kann die Lebensreise gelingen, mit welchen Problemen muss der Mensch klarkommen, welche Stadien muss er durchlaufen?

In Entscheidungssituationen muss die „Heldin“ oder der „Held“ magische Türen öffnen (wie das „Marienkind“) oder sie/er springt in einen Brunnen (wie „Goldmarie“ und „Pechmarie“ in „Frau Holle“). Tore und Brunnen öffnen den Zugang zu verborgenen jenseitigen Räumen, zu inneren Seelenlandschaften.

Der dunkle Schacht des Brunnens, in dessen Tiefe der Wasserspiegel nur flüchtig glänzt, wird zum Symbol einer tieferen Dimension, des Unterbewusstseins. Er verbindet zwei Bereiche, den Alltagsbereich des Bewusstseins und das magische Reich des Unbewussten.
In Märchen ist der Brunnen ein Bild für den Durchgang vom Diesseits in ein Jenseits in der Tiefe, das ängstigt und anzieht. Er wird zur polaren Metapher für Untergang und Tod und für Geburt und Neuwerdung („Jungbrunnen“).

Der Sprung oder der Abstieg in den Brunnen offenbart die Wahrheit, das Doppelgesicht des Menschen: seine helle und seine dunkle Seite.

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Jeder vereint in sich „Goldmarie“ und „Pechmarie“, den „Prinzen“ und den „Frosch“.
Tiefenpsychologische Deutungen und bibliodramatische Annäherungen haben
mich Volksmärchen neu sehen gelehrt. Die subjektale Lesart versteht alle Personen,
Handlungen und Dinge im Märchen als psychische Kräfte eines Individuums. So
würde „Der Froschkönig“ exemplarisch und bildhaft Deine und meine innere
Lebensgeschichte erzählen:
Wir befinden uns am Anfang in einem paradiesischen Zustand; der Mensch lebt
sein ursprüngliches Wesen als Prinz oder Prinzessin in Fülle und Ganzheit (Symbol
der Goldenen Kugel).

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Das chinesische Prinzip von Yin und Yang
http://www.chinaseite.de/china-kultur/china-medizin/yin-yang-medizin.html

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Er verliert diesen gottgeschenkten Zustand des Einsseins
mit sich Selbst, schaut in die Tiefen seines Unbewussten und wird dort konfrontiert mit seinem Schatten, mit verleugneten und verdrängten Persönlichkeitsanteilen (Frosch). Nach einer Phase der heftigen Auseinandersetzung versöhnt er sich damit und findet zurück zu seiner ursprünglichen Prinzengestalt und zu neuer Integration aller Seelenkräfte (Hochzeit)

Heilige Hochzeit
http://saloma.blog.de/2014/08/21/rueckkehr-goettinnen-19212006/
Was für ein „Zufall“
http://saloma.blog.de/2013/03/03/zufall-15585093/

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Mystische Erfahrungen sind nach Jesus für jedermann und jedefrau zugänglich. Die spirituelle Reise in die Innere Tiefe zur Göttlichen Essenz in uns ist nicht an eine Religionszugehörigkeit gebunden. Jesus missachtet soziale Ausgrenzungen, eine Ausländerin wird seine erste Apostolin. Und weil sie keine abstrakte Lehre verkündet, sondern ihren persönlichen Erfahrungsprozess mitteilt, werden andere Dorfbewohner neugierig auf „Christus, den Brunnen des Lebens“ (Klemens von Alexandrien), sie kommen zu ihm und bleiben bei ihm und in ihm.

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„Wir müssen das tun, wozu die Weisheit ermahnt, wenn sie sagt: ‚Trink Wasser aus deinen Quellen und aus deinem Brunnen‘ (Spr 5,15-17).
Versuche also auch du, mein Hörer, deinen eigenen Brunnen und deine eigene Quelle zu finden. In dir gibt es von Natur aus lebendiges Wasser, gibt es nie versiegende Adern und reichlich fließende Ströme. Reinige deinen Verstand, damit du irgendwann aus deinen Quellen trinken und aus deinen Brunnen lebendiges Wasser schöpfen kannst. Wenn du von Jesus lebendiges Wasser angenommen und es gläubig aufgenommen hast, entsteht in dir eine Quelle, die ins ewige Leben sprudelt, in ihm, Jesus Christus, unserem Herrn.“

Der Trank der Götter ( bitte auf die Kommentare achten ) https://salomablog.wordpress.com/2014/10/18/trank-goetter-19581806/comment-page-1/

Auszüge aus Text Quelle:
Bilder der Spirituellen Reise II
Brunnen – Weg der Kontemplation sich mutig und wahrhaftig auf Innere Tiefen einlassen / sich in Gott versenken
http://www.adolf.frahling.de/Web-Site/Brunnen_%28Kontemplation%29.html
Kulisse – Wölfe, goldene Kugel und Brunnen ( Haus Am Stadtpark in Schwerte – Altenheim )
Weitere Kulisse von dort in den Kommentaren

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5 Kommentare

  1. Kulisse Froschkönig = Haus Am Stadtpark in Schwerte ( Altenheim )

    Der Froschkönig

    Es lebte zu einer Zeit ein König, der hatte Töchter, die allesamt sehr schön waren. Doch sah man seine jüngste Tochter, wusste man, dass sie die Schönste von allen war. Und so war es, dass sie regelmäßig hinunter in den Wald ging, sich an den Brunnen setzte und mit ihrer goldenen Kugel spielte. Dabei warf sie die Kugel immer am liebsten in die Höhe und fing sie dann wieder voller Freude auf.

    So geschah es eines Tages, als sie wieder am Brunnen spielte, dass die goldene Kugel diesmal nicht in die Hände der Prinzessin zurückfiel, sondern in den Brunnen plumpste und versank. Da fing sie mit einmal ganz bitterlich an zu weinen und konnte sich kaum noch beruhigen. Plötzlich rief jemand: „Was hast du denn Königstochter. Du schreist ja, dass es einen Stein erweichen könnte.“

    Als sie die Stimme hörte, erschrak sie, blickte sich um sah einen dicken Frosch, der aus dem Wasser guckte. „Du bist es alter Wasserfrosch. Ich weine wegen meiner versunkenen Kugel, die mir soeben in den Brunnen gefallen ist.“ „Sei nicht traurig. Ich könnte dir die Kugel wiederholen, aber was bekomme ich dafür“ sagte der Frosch. „Alles, was du möchtest. Meine Perlen, meine Kleider, meine Edelsteine und sogar meine goldene Krone, die ich trage“, erwiderte die Prinzessin. „Das alles mag ich nicht haben von dir. Aber wenn du mich lieb haben und du mein Freund und Spielkamerad sein willst, ich an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken und in deinem Bettchen schlafen darf, so werde ich dir die Kugel wiederholen“, antwortete der Frosch.

    “ Ja „,entgegnete die Prinzessin ihm. „Ich verspreche dir alles, was du möchtest, wenn du mir die Kugel zurückbringst.“ Doch insgeheim dachte sie sich nur: „So ein dummer Frosch, der ist doch bloß im Wasser, was soll der sich mit Menschen anfreunden.“ Nachdem der Frosch das Versprechen von der Königstochter erhalten hatte, tauchte er hinab ins Wasser und brachte ihr die Kugel wieder zurück. Die Königstochter war voller Freude, als sie ihre Kugel sah und ging damit davon. „Warte auf mich, nimm mich mit, ich bin nicht so schnell wie du“, rief der Frosch.

    Sie aber hörte nicht auf die Worte es Frosches, machte das sie nach Hause kam und hatte ihn auf dem Wege schon längst vergessen. Als Sie am nächsten Tag mit ihrer königlichen Familie an der Tafel saß und gerade von ihrem Tellerchen essen wollte, klopfte es an der Tür und jemand rief: „Königstochter, mach mir auf.“ Als sie ihre Tür aufmachte, saß auf einmal der Frosch davor. Da warf sie mit einem Ruck die Tür zu, setzte sich wieder hin und war voller Angst. Darauf sprach ihr Vater: „Mein Kind, wovor fürchtest du dich?“

    „Da steht ein garstiger Frosch vor unserer Tür. Der war gestern so freundlich und hat mir meine goldene Kugel aus dem Wasser geholt. Dafür versprach ich ihm, dass er mein Freund werden kann. Ich dachte doch nicht, dass er aus seinem Wasser herauskommt und zu mir hinein will.“ Plötzlich klopfte es wieder an der Tür und der Frosch rief erneut:“ Königstochter, mach mir auf, weißt du nicht was du mir gestern versprochen hast?“ „Was man verspricht, muss man auch einhalten. Geh und mach ihm auf“, sagte der Vater. Nachdem sie die Tür öffnete, hüpfte der Frosch herein und folgte ihr bis zu ihrem Stuhl, ließ sich von ihr hochheben und bat sie das goldene Tellerlein ihm näher zuschieben, damit sie zusammen essen können.

    Obwohl ihr das alles nicht gefiel und sie keinen Bissen herunter bekam, machte sie das, was der Frosch von ihr verlangte. Nun sprach er: „Jetzt habe ich mich satt gegessen und werde müde. Trag mich in dein Kämmerlein und mach mir dein Bett zurecht, wir wollen uns schlafen legen.“ Da kamen der Königstochter die Tränen, weil sie sich vor dem ekligen Frosch fürchtete.

    Aber der König sprach: „Wer dir in der Not geholfen hat, den darfst du auch nicht verachten.“ Da nahm sie ihn auf ihre Hand, trug ihn nach oben und setzte ihn in die Ecke. Als sie sich zu Bett lag, kam er zu ihr gekrochen und wollte in ihr Bett. Sie aber weigerte sich, bis er sprach: „Wirst du dies nicht machen, so sage ich es deinem Vater.“ Da wurde die Königstochter böse, nahm den Frosch und warf ihn mit voller Kraft gegen die Wand. „Nun sei endlich ruhig, du garstiger Frosch“, rief sie und in dem Moment, wo der Frosch zu Boden fiel, stand plötzlich ein wunderschöner Prinz vor ihrem Augen.

    Er erzählte ihr, dass er von einer bösen Hexe verzaubert wurden sei und nur von der Prinzessin erlöst werden konnte. Gleich darauf wollte er die Königstochter heiraten. Als am nächsten Morgen, die Sonne hell am Himmel stand, waren bereits die weißen Pferde gespannt, bereit zum Abholen. Auch der Diener Heinrich des Prinzen, der die Pferde zum Königshaus führte, war freudestrahlend über die Erlösung seines Herren. So heiraten die Beiden und sind bis heute noch überglücklich.
    Ende
    Quelle: http://maerchen.woxikon.de/24/der-froschkoenig

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  2. So habe ich das Märchen und auch andere Märchen von den Gebrüdern Grimm noch gar nicht betrachtet.
    Aber ich denke mal, da findet man auch noch in anderen Märchen einen spirituellen Hintergrund.
    Nehmen wir nur einmal Aschenputtel: Mädel, gib nicht auf, irgendwann wirst du schon einmal das Glück haben, welches Du verdienst, du musst es dir nur ganz fest wünschen.
    Gruß Karen

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  3. Wenn man spirituell ist, dann hinterfragt man alles und dann fällt einem auf, dass die versteckten Äußerungen meistens die richtigen sind!
    Bei dem Mega Hit “ Italienische Sehnsucht“ ist es ganz deutlich zu erkennen, habe ihn für euch einmal auseinander genommen:
    http://saloma.blog.de/2014/10/12/italienische-sehnsucht-19092205/
    Alle Märchen haben einen Hintergrund und das erfolgreich wünschen wirklich funktioniert, habe ich auch schon herausgefunden, habe doch schon öfter hier geschrieben, dass ich insgesamt in einem Märchen lebe.
    Magic:
    http://saloma.blog.de/2014/09/20/magic-19442136/
    Herzliche Grüße

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  4. Kulisse = Haus Am Stadtpark in Schwerte – Altenheim


    x

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    1. Kulisse = Haus Am Stadtpark in Schwerte – Altenheim
      Die gesamt hier im Blog gezeigte Kulisse befindet sich nur im Eingangsbereich, für jedermann sichtbar und nicht zu übersehen!!!
      Kondulenzbuch mit Krone und Kreuz, man weiß also Bescheid, die Wahrheit wird überall mitgeteilt ohne ein Wort über die Bedeutung zu verlieren, deswegen sind sooooooo viele Menschen unwissend, das find ich sehr schade!

      Ein Schmetterling bedeutet Metamorphose = Transformation

      Weise Rosen bedeuten Liebe und Liebe ist Gott

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