Kundalini

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„Oh erhabene Gottheit der Suchenden! Oh Yogini Kundalini. Oh Guru! Liebe Spendende! Dynamische Kraft!… Mein Dasein verdanke ich Dir. Liebste Mutter, du bist die Kraft hinter meiner Erweckung.“

So ruft Swami Muktananda an, die schwer zu Fassende, um die meine Gedanken und meine Übung seit vielen Jahren kreisen. Der Name Kundalini steht für eine tiefe Erfahrung, die in subtilen Theologien ausgelegt worden ist. In Muktanandas Anrufung kommen einige Grundzüge davon zu Wort, die ich zur Einführung in das Thema erläutern möchte.

Was heißt Kundalini?

Kundalini ist eine Gottheit, eine Dimension des Göttlichen, die in einem besonderen Bezug zum Suchenden steht, weil sie den Weg zur gesuchten Vereinigung mit Gott bahnt. Yoga ist ein Name für diesen Weg und so ist sie Yogini, nicht irgendeine, sondern die Meisterin des Yoga schlechthin. Als die, die den Weg vom Dunkel der Unwissenheit ans Licht des ewigen Lebens zeigt, ist sie Guru. Sie nimmt sich des Übenden an und schenkt ihm sein Wesen, sodaß er aus dieser Gabe erst der wird, der er ist. Deshalb heißt sie die Liebe Spendende.
Diese Liebe verwandelt, indem sie zum wahren Sein befreit. Kundalini ist von daher dynamische Kraft, shakti. Außer durch den Begriff „Kraft“ übersetzt man heute shakti (von shak, „mächtig“ oder „fähig sein“) meist mit „Energie“ und beläßt es dabei, als wären Energie oder Kraft die bekanntesten Sachen der Welt. Und tatsächlich ist Energie in der heutigen Zeit ein allgegenwärtiges Thema. Von den Diskussionen über die Atomenergie bis zum energy drink, von den Theorien der Physiker bis zum feinstofflichen Energiekörper der Esoteriker, alles dreht sich um Energie. Aber wissen wir denn, was wir meinen, wenn wir von „Energie“ sprechen?
In der Alltagsphilosophie der Moderne gilt das als wirklich, was wirkt. Und das, was wirkt, ist effektiv aufgrund seiner Energie. Das ist im modernen Indien nicht anders als bei uns. Bei meinem letzten Indienaufenthalt stieß ich z.B. zu meiner Erheiterung auf ein Waschmittel namens Shakti. Der Markenname soll Käufer anziehen, indem er suggeriert, daß es sich um ein kraftvolles, das heißt effektives Waschpulver handelt.
Im Kontext der hinduistischen Philosophie ist shakti aber nicht einfach eine beliebige Wirksamkeit, sondern, wenn ich recht verstanden habe, genauerhin ein Hervorbringenkönnen, das etwas oder jemanden zum Sein bringt, sein läßt.
Im menschlichen Bereich erscheint diese Macht des aktiven Seinlassens besonders in der Fähigkeit ein Kind zur Welt zu bringen, weshalb Muktananda die kundalini-shakti auch Mutter nennt. Ebenso wie die Geburt Mutter und Kind von einander trennt, aber gerade dadurch intensivere Beziehungsmöglichkeiten stiftet, ist shakti nicht nur die Macht des göttlichen Ursprungs etwas freizugeben, in eigenes Sein zu entlassen, sondern zugleich die verbindende Zuneigung, durch die der Ursprung das Entsprungene mit sich vereint sein läßt. In diesem Sinn sagt Muktananda, er verdanke der kundalini nicht nur sein Dasein, sondern zugleich seine Erweckung, das heißt die mit dem Erwachen des wahren Selbst verbundene Rückbindung an den Urquell, dem sein Dasein entstammt.
Die Möglichkeit zu einem solchen Erwachen ist prinzipiell immer gegeben, denn der Mensch wird zeitlebens von der kundalini-shakti getragen. Allerdings tritt sie nur selten als sie selbst in Erscheinung. Sie ist anwesend und doch in gewisser Weise verborgen, nicht einfach zugänglich. Sie verbirgt sich in dem, was sie hervorbringt und am Leben hält. Die Texte sprechen bildhaft davon, daß sie zusammengerollt im Menschen schläft. Der Name kundalini spielt darauf an. Er leitet sich von kundala, „zusammengerollt“ ab. Meist wird sie als dreieinhalbfach eingeringelte Schlange dargestellt. In manchen Büchern wird deshalb die Bezeichnung „Schlangenkraft“ als Synonym für kundalini-shakti gebraucht. Um zu verstehen, warum die Schlange zu ihrem Symbol geworden ist, muß man etwas von der Bedeutung der Schlange wissen, wie sie in indischen Mythen und Riten zu Tage tritt.
Die Schlange – für den Menschen wohl immer ein geheimnisvolles, faszinierendes und auch unheimliches Tier – wird schon seit prähistorischer Zeit in Indien religiös verehrt. Sie spielt in vielen volkstümlichen Fruchtbarkeitskulten eine Rolle. Durch ihre Eigenschaft sich von Zeit zu Zeit zu hauten, steht sie für die periodische Erneuerung des Lebens. Sie gilt als Hüterin der in der Tiefe der Erde verborgenen Schätze und als Beschützerin der Quellen, Brunnen und Teiche, in deren Nähe sie lebt. Wer sich ihnen unachtsam nähert, muß mit ihrem Biß rechnen. Das Wasser, das sie so behütet, ist die lebensspendende Macht par excellence. Schon wegen der klimatischen Verhältnisse, war man sich in Indien stets seiner Kostbarkeit bewußt. Wo immer Wasser ist, beginnt es zu grünen, kommen Tiere und Menschen zusammen, um sich daran zu laben. Das Ausbleiben der Lebenswasser dagegen macht aus der fruchtbaren Erde eine tödliche Wüste. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde das Wasser und mit ihm die Schlange zum Symbol für die ewige lebensspendende Fülle des Göttlichen. Die Schlange beschützt nun nicht mehr nur Quellen, sondern als in Stein gemeißelter Türhüter auch die Eingänge zu hinduistischen und buddhistischen Heiligtümern.
Trotz ihres Bezugs zum Heiligen bleibt die Schlange aber immer zugleich äußerst erdbezogenen. Sie haust in Erdlöchern und kriecht meist am Boden, dies aber nicht dumpf und träge, sondern mit großer, geschmeidig fließender Beweglichkeit. Und sie kann sich mitunter gerade aufrichten bzw. Bäume hinaufkriechen, ein elementares Bild für die selbst im zuriefst Irdischen angelegte Möglichkeit sich zu erheben, in Bezug zum Himmel zu treten.

Die kundalini-shakti im Hatha Yoga

Für den Hatha-Yoga ist es charakteristisch, daß die von der göttlichen Schöpferkraft selbst ermöglichte Rückkehr zu Gott, das Erwachen der kundalini-shakti also, als ein leibliches Geschehen erfahren und durch leibzentrierte Übungen vorbereitet wird.
„Wie man die Tür mit einem Schlüssel öffnet, so sollte der Yogin durch den Hatha-Yoga und vermittels der kundalini das Tor der Befreiung öffnen. Die Große Göttin schläft, während sie mit ihrem Mund die Öffnung verschließt, durch die der Aufstieg zum Scheitel möglich ist. Über dem Kanda [Ort zwischen der Scham und dem Nabel] schläft die kundalini-shakti zur Befreiung des Yogin und zur Fesselung des Unwissenden. Wer sie kennt, kennt den Yoga. Es heißt, die kundalini sei wie eine Schlange zusammengerollt. Wer sie zum Aufstieg bewegen kann, ist befreit.“ (Hatha Pradipika III, 105-108)
Durch asanas, pranayamas, bandhas und mudras wird die kundalini erweckt und in der sushumna, dem zentralen nadi zum Aufsteigen gebracht. Die Anleitungen unterscheiden sich im Detail; grob gesprochen geht es primär darum die abwärtsgerichtete Komponente der ganzkörperlichen Atemerfahrung nach oben, und die nach oben gehende Strömung abwärts zu lenken. Die Atemkraft verströmt dann nicht, sondern sammelt sich und dadurch entsteht Hitze im Bauchraum, die die Schlange erwachen läßt. Ihr Aufsteigen ist eine Verwandlung, von einem groben Ausgangszustand zu immer feineren Seinsweisen bis hin zu den subtilen Höhen der Vereinigung mit Gott, die eintritt, wenn die aufsteigende Kraft der Mitte den Scheitel erreicht. Die Stationen auf diesem Wandlungsweg sind die Chakras. Da ich das Thema Chakras und nadis bereits in der letzten Ausgabe von Abhyasa behandelt habe, gehe ich jetzt nicht näher darauf ein.
B.K.S Iyengar gibt in einem Vortrag praktische Beispiele, die etwas näher an die leibliche Erfahrung der Bewegung der kundalini heranführen. Er vergleicht dabei die Wirbelsäule mit einem Thermometer, das mit Quecksilber gefüllt ist. Das flüssige Quecksilber symbolisiert das Strömungsempfinden in der Gegend der Wirbelsäule:
„Ihr sitzt alle. Bewegt euch jetzt nicht. Wenn ihr eure Haltung verändert, werdet ihr nicht mitkriegen, was ich sage. Ihr sitzt alle hier. Bleibt wie ihr seid. Die Flüssigkeit in der inneren Wirbelsäule ist niedriger als eure Wirbelsäule. Ihr könnt es selber fühlen. So könnt ihr auf praktische Weise verstehen, daß beim Sitzen die äußere Wirbelsäule etwas warm ist, die Wirbelsäulenmitte aber nicht…. Fühlt ihr es oder nicht? … Nun streckt eure Wirbelsäule. Was geschah mit der Flüssigkeit? Ging sie nach oben, oder nach unten? … Wenn ihr euch streckt sollt ihr nicht auf die Wirbelsäule, sondern auf die Flüssigkeit achten. Versucht es nur noch einmal…. Geht die Aussenseite der Wirbelsäule nach oben, oder die Flüssigkeit?…. Nun seid ihr alle gerade gesessen, nicht wahr? Einige sinken schon wieder zusammen, einige gähnen. Das heißt, die Energie ist wieder abgesunken. Einige von Euch sitzen noch. Ist die Flüssigkeit noch auf der selben Höhe, oder ist sie gesunken? Nur die Flüssigkeit. Die Wirbelsäule ist aufgerichtet. Was geschah mit der Flüssigkeit? Sie ist gesunken, nicht wahr?“
Er will damit sagen, daß ein aufgerichtetes Rückgrat allein nicht garantiert, daß die innere aufsteigende Bewegung da ist. Kaum ist sie erwacht, sinkt sie wieder nach unten. Die Bewegung des inneren Fließens ist keine mechanische, sondern hängt von der Aufmerksamkeit, der Wachheit ab.
Auch schon beim Üben von asana ist laut Iyengar das die Wirbelsäule von innen belebende Strömen von großer Bedeutung. Die spirituelle Qualität des Übens hängt davon ab. „Yoga Übungen helfen dabei … die Flüßigkeit, die ihr gerade ~ gespürt habt oben zu halten oder noch mehr zu heben. … Morgen, wenn ihr übt, ob nun in Tadasana oder Trikonasana, schaut wenn ihr die Wirbelsäule streckt, ob ihr bloß die Wirbelsäule bewegt, oder die Flüssigkeit in der Wirbelsäule. … Es ist eine sehr schwierige Sache, die Shakti, die dort ist zu verstehen…. In dem Moment wenn du die Flüssigkeit in der Wirbelsäule sich bewegen spürst, ist kein rajo guna [unruhige Bewegung, Drängen, Ehrgeiz] und kein tamo guna [Dumpfheit und Trägheit in der Übung]. Ihr seid in einem reinen sattvischen Zustand [lichte Klarheit]. Im Moment wo ihr die Wirbelsäule streckt aber nicht die Flüssigkeit, kommt Gier ins Spiel…. Ihr wollt es besser machen, euch mehr Strekken als Andere.“
Das Ende des obigen Zitates weist deutlich darauf hin, daß rechtverstandene kundalini-shakti keine neutrale Energie ist, wie etwa Muskelkraft oder elektrischer Strom, sondern u.a. auch eine moralische Kraft, durch die der Übende seine Leidenschaften und Laster überwinden lernt. Die Anweisungen in den Hatha-Yoga-Texten, so technisch sie oft klingen, führen deshalb nicht automatisch zur Erweckung der kundalini. Ein halbwegs geordnetes inneres und äußeres Leben, theoretisches Studium, sowie eine religiöse Grundhaltung, die dem Üben erst seinen Sinn gibt, kurz das, was die Yoga-Sutras yama und niyama nennen, sind zugleich unabdingbare Voraussetzung und Ergebnis ihres Aufsteigens.
Mit diesen Hinweisen ist die leibliche Erfahrung der kundalini-shakti noch keineswegs erschöpfend beschrieben, aber das Gesägte zeigt doch, wie ich hoffe, in die richtige Richtung. Bevor ich auf neuere psychiatrische Forschungen in Sachen kundalini eingehe, möchte ich nun noch auf einige Punkte eingehen, die meiner Meinung nach Mißverständnisse darstellen, die immer wieder auftauchen.

Mißverständnisse

Manche Texte erwecken den falschen Eindruck, als ob mit dem Aufsteigen der kundalini der Weg des Kundalini-Yoga beendet wäre. Es scheint mir aber von großer praktischer Bedeutung, daß die absteigende Bewegung, die mit dem Aufstieg der kundalini verbunden ist, nicht übersehen wird, denn ohne sie ist eine Integration der Erfahrung nicht denkbar und die Gefahr körperlicher und geistiger Erkrankung groß. Auf die Frage, ob es das Ziel ist, die ganze Energie ins Gehirn zu leiten, entgegnete Yogi Bhajan, einer der ernstzunehmenden Lehrer des Kundalini-Yoga: „Nein! Die Kundalini-Energie wird aus dem Nabelzentrum freigesetzt und steigt dann in den Kopf auf. Wenn sie herabsteigt, um den Energiekreislauf zu schließen, öffnen sich die Chakras vollständig. Unter der Öffnung der Chakras verstehe ich, daß die Talente jedes Chakras im Charakter und Verhalten der Person zusammengeschlossen werden. Es ist ein völliger Unsinn, jemanden mit Energie, die er nicht integrieren kann, anzufüllen.“ Nach tantrischen Schriften ist die Rückkehr der kundalini ins, Wurzelzentrum damit verbunden, daß amrita (Nektar der Unsterblichkeit) bzw. rasa (Lebenssaft) den Leib von Kopf bis Fuß durchströmt und die verschiedenen Zentren belebt.
Ein weiterer Irrtum besteht darin zu glauben, die kundalini bräuchte nur einmal aufzusteigen und schon würde man für den Rest des Lebens zum hehren Kreis der Erleuchteten zählen. Wie jede bedeutende Errungenschaft verschwindet sie einfach, wenn sie nicht fortwährend genährt und beachtet wird und man ihr nicht Gelegenheit gibt, das ganze Leben mehr und mehr mit ihrer Anwesenheit zu erfüllen. Iyengar sagte einmal: „Yoga beginnt erst, wenn die Kundalini erwacht ist, vorher legt man nur die Grundlage für Yoga. Kundalini ist ein Anfang, nicht ein Ende, wie viele Leute glauben.“
Schon in den alten Texten werden z.T. dramatische Begleiterscheinungen des Erwachens der kundalini beschrieben. Es ist etwa die Rede von körperlichen Vibrationen und emotionaler Erschütterung, die sich u.a. in einem Tränenstrom äußern kann. Darüber wird im nächsten Abschnitt gleich noch mehr zu sagen sein. Diese Phänomene sind jedenfalls nicht mit der Entfaltung der kundalini identisch. Sie können sehr wohl ein Anzeichen dafür sein, daß die/der Übende mit der inneren Fülle in Berührung kommt, zeigen dann aber auch, daß man ihr noch nicht ganz gewachsen ist. Manche Yogalehrer identifizieren fälschlicherweise die Freisetzung der kundalini-shakti mit Körperzuckungen und Halluzinationen, die ihre Schüler erfahren. Wer es als Lehrer auf solche Dinge abgesehen hat, lockt damit vielleicht Sensationslustige an, führt aber seine Schüler auf Abwege. Als er zu dieser Art von Lehren gefragt wurde, antwortete Yogi Bhajan: «Das ist, was wir Zuckungsyoga nennen! Es ist völlige Glaubenmacherei. Kennzeichen der Kundalini-Energie ist ein offenes Bewußtsein, das Mitgefühl und die Sachlichkeit des Wesens, das in Demut vor dem unendlichen Schöpfer handelt.“
Das Erwachen muß nicht eine erdbebenhafte Erschütterung sein. Es vollzieht sich manchmal in Durchbrüchen, oft aber auch in kaum merklichen Veränderungen. Schon Swami Vivekananda meinte dazu: „Überall, wo sich eine übernatürliche Kraft oder Weisheit geäußert hat, muß ein kleiner Kundalini-Strom seinen Weg in die Sushumna gefunden haben. Nur ist man in den meisten Fällen unwissend bei einem Verfahren stehengeblieben, das nur einen kleinen Teil der zusammengerollten Kundalini freisetzt. Jede Andacht, ob sie bewußt ist oder nicht, führt zu diesem Ergebnis.“

Die psychiatrische Erforschung der kundalini

Die Erweckung der kundalini hat in den letzten Jahrzehnten die Aufmerksamkeit von Medizinern, Psychiatern und Psychologen gefunden. Manche Phänomene, die beim Aufsteigen der kundalini auftreten können, erinnern an psychotische Krisen. Doch hat man mittlerweile herausgefunden, daß sich die kundalini-Erfahrungen von Psychosen unterscheiden lassen.
Pionier der psychiatrischen Forschung auf diesem Gebiet ist Lee Sanella, ein in Kalifornien (wo sonst?) arbeitender Psychiater zu nennen. Für Sanella ist der Aufstieg der kundalini eine ernstzunehmende, eigenständige Erfahrung, die nicht in die gängigen psychiatrischen Kategorien einzuordnen ist. Es handelt sich um einen durchaus positiven Entwicklungsprozeß. Die dabei auftretenden, oft drastischen Störungen und Mißempfindungen sind seiner Meinung nach eine Folge von Unreife und Unreinheit im Organismus, der noch gereinigt werden müsse, bevor die ausgelösten Kräfte richtig ihren Weg finden können. Diese Störungen hätten – im Unterschied zu Psychosen – die Natur von sich selbst begrenzenden und lenkenden Vorgängen, die man nur durch eine verständnisvolle Umgebung und ein unterstützendes ärztliches Verhalten zu fördern braucht, ohne daß man mit den üblichen psychiatrischen Therapien eingreifen müßte.
Sanella hat folgende Symptome als typisch für kundalini-Erfahrungen beschrieben:
1. Motorische Phänomene wie unwillkürliche Bewegungen und spontanes Einnehmen bestimmter Haltungen; spontan auftretende, den Pranayamas entsprechende Atemmuster; manchmal Lähmungserscheinungen.
2. Sensorische Phänomene wie Prickeln und Kribbeln, das in den Füßen, den Beinen oder im Becken beginnt und sich zur Schädeldecke hin bewegt; Hitze und Kälteempfindungen, innere Lichter und Visionen, sowie innere Klänge; Schmerzen im Kopf- und Augenbereich, sowie in der Wirbelsäule.
3. Ungewöhnliche und extreme Emotionen; verzerrtes Denken; Gefühle der Losgelöstheit und Auflösung; unwillkürliches Konzentrieren auf einen Punkt.
4. Paranormale Wahrnehmungen wie z.B. Hellsehen.
In Amerika gibt es mehrere Kliniken und Institute, die darauf spezialiesiert sind, Menschen, bei denen ein Erwachen von kundalini vorliegt, zu begleiten um ihnen den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik zu ersparen. Die in Indien arbeitende Psychiaterin Erna Hoch hat in ihrer Klinik in Kashmir, dem einzigen „Mental Hospital“ dieser Gegend, Gelegenheit gehabt mehrere „kundalini-Opfer“ zu behandeln und bestätigt die Ergebnisse von Sanella.
Sie hat festgestellt, daß solche Leute relativ selten sind und auch, besonders wenn man selber Erfahrung in Meditation hat, relativ leicht von den anderen psychiatrischen Patienten zu unterscheiden sind. Sie sind oft erstaunlich einsichtsfähig und gesprächsbereit. Von ihren außergewöhnlichen Wahrnehmungen können sie mit einiger Distanz berichten. Es handelt sich meist eher um Pseudohalluzinationen oder Visionen als um echte Halluzinationen. Hoch meint, es sei schwer in diesen Fallen eine psychiatrische Diagnose zu stellen. Am nächsten liege es eine schizoaffektive Störung zu konstatieren. Das bloße verständnisvolle und ernstnehmende Eingehen des Arztes auf die Beschwerden solcher Menschen bewirkt oft schon eine Entspannung und Besserung. Die geistigen Störungen, selbst wenn sie psychotischer Art sind, nehmen meist einen guten Verlauf. Wenn sie in wiederholten Phasen auftreten, dann meist so, daß sie immer milder werden, so daß der Patient lernen kann mit einem Minimum an Medikamenten oder ganz ohne auszukommen.
Probleme mit dem Aufsteigen der kundalini gibt es nach Hochs Erfahrungen dann, wenn
1. Meditations- und andere Yogaübungen mißlingen, da der Übende zu unreif oder durch eine besondere Konstitution gefährdet ist, ohne kompetente Anleitung übt, oder versucht sein Ziel mit Drogen zu erreichen. Also wenn man irgendwie übermütig über die eigenen spirituellen Möglichkeiten hinausgeht.
2. Wenn es zu Konflikten zwischen dem religiösen Streben und den weltlichen Pflichten kommt und man aus gesellschaftlichen Gründen gezwungen ist hinter seinen spirituellen Möglichkeiten zurückzubleiben.
3. Wenn die schützenden Hüllen, die ein vorzeitiges Aufbrechen der kundalini-shakti verhindern, zusammenbrechen. Das kann durch gewaltsame Yogapraxis, durch körperliche oder psychische Erkrankung oder bei erschütternden Ereignissen der Fall sein.
In all diesen Fällen kommt es dazu, daß das Aufsteigen der kundalini den Menschen aus dem Gleichgewicht bringt und er möglicherweise kompetente Hilfe braucht.
Von diesen Erfahrungen her gewinnen Anweisungen zu disziplinierter Lebensführung und zu den notwendigen sozialen und persönlichen Voraussetzungen der Übung, wie sie z.T. schon in den alten Yogavorschriften gegeben werden, an Plausibilität.

Quelle:von Karl Baier
http://iyengar-yoga.freepage.de/abhyasa6/5kundalini.htm

MYSTICA TV: Armin Mattich – Erfahrungen mit der Kundalini

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ein Kommentar

  1. WickipediA – Was ist Kundalini
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kundalini

    Meine eigenen Erfahrungen mit der Kundalini Shakti und meiner Kosmischen Reiße in die 5.Dimension ( Aufstieg )

    Das Erwachen der Kundalini Shakti – Saloma Blog
    http://saloma.blog.de/2012/06/10/erwachen-kundalini-shakti-13838074/

    Kundalini Shakti rück Entwicklung – Saloma Blog
    http://saloma.blog.de/2012/08/29/kundalin-shakti-rueckwaet-s-entwicklung-14625353/

    Sichtbare Energie im Körper
    http://saloma.blog.de/2012/01/04/sichtbare-energie-koerper-12390288/

    Sex – Das Geheime Tor nach Eden – Saloma Blog
    In Besonderheit kann ich diese hier im Link eingegebenen 10 Videos auf You Tube empfehlen
    http://saloma.blog.de/2013/03/10/geheime-tor-eden-15612457/

    Alles im Universum ist Schwingung – Teil 10 Sexualenergie
    http://saloma.blog.de/2014/03/02/universum-schwingung-teil-10-sexualenergie-17856007/

    Das Licht das die Dunkelheit vertreibt
    http://saloma.blog.de/2013/10/27/erzengel-fest-16691889/

    Die Befreiung
    http://saloma.blog.de/2013/11/20/befreiung-16987783/

    Das Feuer des Heiligen Geistes
    http://saloma.blog.de/2013/11/20/feuer-heiligen-geistes-16989667/

    Mystery
    http://saloma.blog.de/2014/04/26/mystery-18316999/

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