Lichtallergie – 10

Hallo zusammen
Dass ich mal so einen Alptraum erleben sollte, hätte ich niemals – jemals zuvor gedacht.
Aber es sollte ganz anders kommen und ob ich will oder nicht, ich musste da durch und wenn es einen letzten Streifen gibt, dann habe ich ihn erlebt.
Es war wahrlich nicht ganz einfach zu einer Besserung zu kommen und ohne meinen Aku. Meister hätte ich das Ganze Hier wohl kaum überlebt.
Lichtallergie – die meisten denken, ok, die hat ein wenig Sonnenbrand und wenn sie nach Hause geht, dann ist alles gut – von wegen.
Ich weiß gar nicht ob ich diese Geschichte hier schon mal erzählt habe, auf jeden fall hatte ich sie in der Reportage FrauTV schon mal angesprochen aber nicht weiter erklärt ?

Damals hatte ich gerade erst Klaus Herbert Huhn kennen gelernt. Vielmehr kannte ich ihn schon vorher aus der Schwerter Tafel, hatte mich aber nie näher mit ihm unterhalten.
Damals wurde ich gerade aus der Spezialklinik Neukirchen H.B. mit einer Gesundheitlichen Verbesserung entlassen , musste meine verordneten Biologischen Heilmittel von dort, zuhause aber wieder absetzen, weil die Behörden sich weigerten, die Mittel zu bezahlen.
Mein Absturz stand unmittelbar bevor und ich habe schon gewusst was mir blühen wird, da ich alles ja schon vorher erlebt hatte.
Auf jeden fall traf ich Klaus auf dem Marktplatz und er meinte, wenn ich mal Hilfe brauche, dann solle ich ihn anrufen. Das kam mir so glaubhaft rüber, dass ich sofort dachte, dass er das bestimmt auch so meint wie er es gesagt hatte.

Einmal hatte Klaus mich bei sich zuhause zum Essen eingeladen. Ich sollte am nächsten Morgen gegen 11 Uhr bei ihm Zuhause erscheinen.
Aber dazu kam es nicht, denn über nacht hatten sich Entzugserscheinungen inklusive Lupus bemerkbar gemacht. Also musste ich das Essen absagen, mit den Worten:
Ich traue mich nicht raus !
Wisst ihr was Klaus gesagt hat ?
Das macht nichts, ich habe noch nicht angefangen zu kochen, daher packe ich alles ein , komme zu dir und koche dort.
Er kam dann auch, hat gekocht- gedeckt und sogar noch gespült, da ich mit starken Schmerzen auf der Kautsch lag.
Könnt ihr euch das vorstellen ?

Danach ging es dann Bergab mit mir.
Ich saß mehrere Wochen in meiner Wohnung feste und konnte nicht raus , geschweige denn Fernsehen, PC oder Zimmerlampen anmachen. Ich war völlig verzweifelt und stand unter Schock und Panik. Ich hatte versucht morgens bei tageslicht den Hausflur zu betreten, aber mein Sonnengeflecht befahl mir mit ungeheuerlichen Schmerzdruck, doch lieber in der Dunklen Wohnung zu bleiben. Mit solchen zuständen lief ich Gefahr einen tödlichen Lichtschock zu bekommen. Mehrmals hatte ich die Behindertenfolterbehörde Kreis Unna Eingliederungshilfe angerufen, sie sollen mir helfen. Aber da kam nichts rüber außer Ungläubigkeit und Ablehnung über das was ich zu berichten hatte. Ich gebe zu, dass ich aus meiner Not heraus ganz schön frech zu ihnen am Tel war und habe sie aufs äußerste beschimpft, weil sie mir nicht geholfen haben.
Ab und an holte mir Klaus Mittagessen aus der Tafel oder machte anderweitig Besorgungen für mich, aber ich wollte ihn nicht übervordern, denn ich wusste, er war ja selber krank.
Was macht man den ganzen tag in einer dunklen Wohnung ?
Nichts !
Kein Fernsehen- Kein PC- Kein Lesen- Kein Licht anmachen- Kein Kaffee oder Tee trinken, alles was mit Strom und Tageslicht zu tun hatte ging nicht mehr.
In besseren Zeiten musste sogar vorher gefragt werden, ob man Licht anknipsen darf oder es besser sein lässt..

Irgendwann wachte ich morgens auf und dachte weil es mir so schlecht ging, wenn ich hier sterbe, findet mich noch nicht mal jemand. Mein Sohn befand sich damals im Ausland und Freunde hatte ich so gut wie keine mehr.
Also rief ich morgens gegen 4 oder 5 Uhr das Krankenhaus in Schwerte an, sie sollen mich abholen.
Sie kamen dann auch und als er klingelte stand ich von der Kausch auf und machte ihnen die Tür auf. Machen sie mal Licht an , hieß es !
Das geht nicht, ich habe eine Lichtallergie, war meine Antwort.
Sie leuchteten dann in der Wohnung mit Taschenlampen rum und ich bekam Panik.
Machen sie die Taschenlampen aus das Licht tut mir weh, schrie ich wütend rum.
Der Sanitäter motzte, ich solle hier nicht so rumschreien.
Ich schrie noch mal:
Ich kann in meiner Wohnung solange schreien wie ich will, wollt ihr mich umbringen ? Halten sie bitte die Taschenlampen so, dass sie mich damit nicht direkt anleuchten !
Die Sanitäter hatten gar keine Ahnung von einer Lichtallergie und das was ich berichtete, damit konnten sie nichts anfangen. Sie wollte auch wieder gehen und mich zurück lassen, aber ich konnte sie davon überzeugen, dass ich auf keinen fall hier bleiben kann.
Ich vereinbarte mit ihnen, dass ich nur in einem innen nicht beleuchteten Krankenwagen mit fahren kann. Also wurde ich im dunklen Krankenwagen in die Klinik gebracht.
Es wurden Vorkehrungen getroffen, dass ich in einem dunklen Untersuchungszimmer aufhalten muss, auch das wurde veranlasst.

Dann saß ich da im dunklen Untersuchungszimmer , nur der PC war an und ich setzte mich so, dass ich ihn im Rücken hatte und das Licht nicht sah, bis dann der Arzt kam.
Ich bekomme es heute nicht mehr richtig zusammen, aber auch diesen Arzt habe ich mehrmals angeschrieen, weil er mich nicht verstand.
Damals hatte die Uni Klinik Bochum zum Schutz vor arbeitswütigen Psychiatern in meinen Krankenhausentlassungsbrief folgendes hinein geschrieben.

„Depression gegenwärtig remitiert „

Das heißt, ich habe keine Depressionen mehr.
Der Arzt meinte dann, gegen ihre Depressionen können wir etwas machen.
Ich schrie wieder, aber dieses mal ganz laut:
Was denn für welche Depressionen, wer hat gesagt dass ich Depressionen habe ?
Hören sie auf ständig hier rum zu schreien und beruhigen sie sich endlich mal. Hier steht doch dass sie Depressionen haben, war seine Antwort.
Ich erhob mich ging zum Lichtschalter, knipste die große Lampe an und bat ihn, mir dass mal laut vor zu lesen.
Er las laut vor :
Depressionen gegenwärtig Remitiert.
Danach war er ein wenig schlauer und merkte dass ich tatsächlich nicht an Depressionen litt. Das Wort Depression muss ihm aber so dolle ins Auge gestochen sein, dass er die beiden anderen Wörter doch glatt übersah. Danach machte ich das Große Licht wieder aus.

Der Arzt meinte dann, dass sie mir hier nicht helfen können und er wollte gehen um die Uni Klinik an zu rufen, ob ich nicht dort aufgenommen werden kann. Oh je, dachte ich, ich war doch erst da, die sagen bestimmt nein ! Denn mit der Diagnose Lupus dürfen sie mich nur nach 3 Monaten wieder aufnehmen.
Als er dann wieder kam, hieß es , dass ich in 2 tagen in der Uni Klinik Bochum aufgenommen werde und so lange sollte ich noch zuhause bleiben.
Zum Schluss frage er mich noch die Alles Entscheidende Frage:
Haben sie Selbstmordgedanken ?
Nein, habe keine Selbstmordgedanken, war meine Antwort!
Mir war natürlich klar warum er das fragte, nämlich, wenn er mich nicht mit Depressionen in die Psychiatrie weiter empfehlen kann, dann aber mit Selbstmordgedanken.

Also rief ich Klaus an, er möchte mich bitte aus dem Krankenhaus abholen was er dann auch tat. Sehr stark vermummt und voller Angst führte er mich blind zurück in meine Wohnung.

Dann rief ich die AOK an, sie sollen mir einen Taxischein in 2 tagen nach Bochum genehmigen , wegen den Unverträglichen Lichtverhältnissen im Zug.
Morgens bin ich dann im dunkeln sehr stark vermummt damit nach Bochum gekutscht.

Dann wurde ich zum Arztzimmer gerufen, der Herr Prof. wollte mich sehen.
Begrüßung wortlaut:
Frau Saloma, was machen sie denn für Sachen ?
Was denn für Sachen, fragte ich ?
Ja, das Krankenhaus in Schwerte hätte bei ihnen angerufen und die hätten gesagt, sie hätten mich in einer dunklen Wohnung in der Ecke kauert wimmernd auf dem Fußboden aufgefunden !
Ich sagte wie bitte, das stimmt doch gar nicht, die haben geklingelt und ich habe dehnen die Tür aufgemacht !
Der Herr Prof. meinte dann mitleidig grinsend :
Frau Saloma sie gehören ins Fernsehen mit ihren wirklich unglaublich wahren Geschichten.

Da haben die aus einer Mücke einfach einen Elefanten gemacht und gelogen bis sich die Balken biegen !

Letztendlich bin ich aber dann doch noch ins Fernsehen gekommen.
Und zuletzt habe ich meinen besten Freund Klaus durch seinen frühzeitigen Tod verloren.

Lieben Gruß Saloma

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