Beitrag – Frau TV – Ungewöhnliche Nachtfrauen

Sendung vom 8.9.2011

http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2011/0908/thema_1.jsp

Weitere Infos zur Lichtallergie von der selben Seite

Seit mehr als 11 Jahren leidet Gisela S. unter einer schweren Form von Lichtallergie. Ausgelöst wurde die Krankheit durch Tabletten, die sie jahrelang eingenommen hat. Jede Berührung tut weh, brennt wie Feuer von innen. Ihr Lebensgefährte hat sie deshalb schon vor Jahren verlassen und auch von den vielen Freunden sind nur zwei oder drei übrig geblieben, mit denen sie hin und wieder was unternehmen kann. Meistens ist sie allein, dann ist der Computer und das Internet die einzige Verbindung nach draußen.

„Manchmal ist es so schlimm, dass ich noch nicht mal das Licht vom Fernseher ertrage. Dann sitze ich im Dunkeln und kann nicht raus. Einmal ging das zwei Wochen so, und danach hab ich mich nicht mehr getraut, den Fernseher anzumachen. Irgendwann kam ein Freund und sagte, komm probier doch mal mit Sonnenbrille, wir können ihn ja ganz schnell wieder ausmachen. Dann hab ich mich getraut und dann ging das ohne Schmerzen. Wenn mir das jemand erzählen würde, würde ich denken, so was gibt’s gar nicht – die Frau muss verrückt sein. Ich bin aber nicht verrückt, das weiß ich.“

Wenn sie keine Schübe hat, kann sie zwar auch tagsüber raus, aber meistens hat sie Schmerzen, wenn Licht an ihre Haut kommt. Deshalb trägt sie dann auch Schutzkleidung: Hut, Brille, Handschuhe und Mundschutz, um sich vor Tageslicht zu schützen. „Das fühlt sich an, als ob ich verbrenne! Und zwar innen: so wie wenn man sich am Bügeleisen verbrennt, aber die Hand nicht wegziehen kann.“ Sie darf keine Medikamente mehr einnehmen und lässt sich inzwischen mit Akupunktur behandeln. Sein etwa einem halbe Jahr geht es aufwärts.

Lichtallergie und Medikamente

Dr. Armin Bader ist Psychodermatologe und behandelt häufig Menschen mit Lichtallergie.

Dr. Armin Bader ist Psychodermatologe und behandelt häufig Menschen mit Lichtallergie.
„Bei Frau Saloma im Speziellen war es das Nebenwirkungsprofil einer jahrelang eingenommenen Medikation, eines Depressivums. Bei ihr hat dieses Depressivum die Photosensibilität erhöht, d.h. die Empfänglichkeit der Haut UV-, in dem Fall UV-A-Strahlen zu verarbeiten, wurde reduziert und sorgte für verstärkte allergische Reaktionen“, erklärt Dr. Armin Bader, Psychodermatologe an der Universitätsklinik Bochum das Phänomen. „Der betreffende Mensch ist gezwungen, sich in abgedunkelte Räume zurückzuziehen. Gerade bei Medikamenten, die bei Menschen gegeben werden, die warum auch immer zu Depression neigen, und wir sprechen hier zum Großenteil auch von Antidepressiva, gerade bei diesen Medikamenten ist das Nebenwirkungsprofil Sonnenallergie natürlich ein problematisches, denn wir wissen, dass gerade depressive Menschen Sonne und Licht benötigen.“

Das Problem: Immer mehr Medikamente haben Lichtempfindlichkeit als Nebenwirkung. Aber keiner weiß, welche Medikamente, bei welchen Patienten die Lichtempfindlichkeit auslösen. Schätzungsweise 20 % der Menschen haben eine Sonnenallergie. Inzwischen reagiert jeder zehnte Bundesbürger empfindlich auf UV-Licht. Das wären 8.100.000 Deutsche, schätzen Dermatologen. Dabei sind besonders junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren betroffen. Die Ursache der Lichtempfindlichkeit ist weiterhin unklar. Sonnenallergie zeigt sich durch Hautrötungen begleitet von Juckreiz.

Immer öfter geht der Griff zu Kräutern und Heilpflanzen von Mutter Natur statt zu Pillen und Salben aus der Apotheke. Bei natürlichen Stoffen haben wir häufig das gute Gefühl, dass es kaum zu Nebenwirkungen kommen kann. Dies ist ein Irrtum, der besonders auf Johanniskraut zutrifft. Johanniskraut findet seine Anwendung vor allem bei depressiven Verstimmungen und wirkt Einschlaf fördernd. Dabei hat es eine ganz entscheidende Nebenwirkung. Johanniskraut kann Sonnenallergie begünstigen. Diese Wirkung kann auch nach dem Absetzen von Johanniskraut langfristig bestehen bleiben. Deswegen ist es ratsam, auch bei Naturprodukten auf die Gegenanzeichen zu achten. Sonnenallergiker sollten Johanniskraut meiden. Aber auch Rheumamittel, desinfizierende Mittel, Antibiotika, Antidepressiva, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder zur Entwässerung können dies Nebenwirkung haben.

Die Ursachen der Sonnenallergie werden noch erforscht. Vermutet wird aber, dass entzündliche Prozesse mitverantwortlich sind. Pickel, Rötungen, juckenden Bläschen und Quaddeln an Hals, Dekollete, Armen, Beinen und im Gesicht könnten erste Anzeichen sein. Wer einmal unter den genannten Symptomen leidet, muss die Sonne meiden. Handelt es sich dann um eine ärztlich festgestellte Allergie, dann gilt das Sonnenverbot dauerhaft. Große Hüte, lange Kleidung, Lichtschutzfaktor +50 helfen dann. Zusätzlich können UV-Therapien begonnen werden und Vitamine aus Orangen, Äpfeln und Tomaten helfen ebenfalls der Haut, sich auf den nächsten Sommer vorzubreiten.

Sonnenallergie – Lichtdermatosen – Photoallergien
„Ich“ Gisela Saloma
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Sonnenallergie – Lichtdermatosen – Photoallergien

Seit mehr als 11 Jahren leidet Gisela S. an Lichtallergie.
Die “Sonnenallergie“ (auch Lichtallergie, Photoallergie, Lichtdermatose) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen. Sie kann durch Sonnenlicht allein oder durch die UV-Bestrahlung in Verbindung mit anderen Substanzen hervorgerufen werden, z.B. durch Medikamente, chemische Stoffe in Kosmetika, Crèmes, Parfüms aber auch durch Pflanzen, die mit der Haut in Berührung kommen. Folgende Unterscheidungen werden getroffen:

Polymorphe Lichtdermatose (PMD)
Die Polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste aller Hauterkrankungen, die durch Einstrahlung von Sonnenlicht entstehen. Ungefähr 90 % aller lichtinduzierten Hauterscheinungen sind ihr zuzurechnen. Betroffen sind vor allem hellhäutige Menschen. Dabei überwiegt der Anteil an Frauen. Besonders junge Erwachsene und Menschen im mittleren Alter haben unter PMD zu leiden.

Die PMD wird durch die UV-A-Strahlen ausgelöst. Die UV-A-Strahlen führen im Körper zu einer Immunreaktion mit Symptomen wie Jucken und Bläschenbildung. Die PMD tritt vorwiegend in den Monaten März bis Juni auf, außerhalb der Saison auch bei Touristen, die in sonnenreiche Regionen fahren. Sie kann in jedem Alter, auch in der Kindheit, auftreten. In hiesigen Breiten kommt sie vorwiegend bei Frauen vor. Eine Form ist die Sonnen-Urtikaria (Nesselausschlag). Dabei handelt es sich um eine “Sofort-Allergie“, das heißt, die Reaktion tritt bereits Minuten nach Sonnenexposition auf.

Mallorca-Akne
Diese seltene Form wird zusammen mit Sonnenlicht und fetthaltigen Inhaltsstoffen von Sonnenschutzmitteln oder dem körpereigenen Talg ausgelöst. Häufig sind junge Menschen mit Neigung zur fettigen Haut betroffen.

Photoallergische Reaktion
Von einer photoallergischen Reaktion ist die Rede, wenn juckende, schuppende Hautrötungen auftreten. Sie werden durch Allergene hervorgerufen, die erst unter Sonneinstrahlung entstehen. Ursache können z. B. bestimmte Substanzen in Kosmetika (vor allem Sonnenschutzmittel) oder Medikamenten sein, die durch Sonnenstrahlen chemisch verändert werden. Aus zunächst harmlosen Zutaten können auf diese Weise allergieauslösende Verbindungen entstehen.
Häufige Verursacher:
• einige, heute nicht mehr gebräuchliche Lichtschutzfilter
• Oxybenzon (in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten)
• Duftstoffe (vor allem ätherische Öle)
• Konservierungsstoffe

Besonders im Sommer oder vor einem Sonnenurlaub sollte man deshalb den Beipackzettel seiner Medikamente auf Hinweise zu einer photosensibilisierenden Wirkung studieren. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist, vor einem Sonnenbad auf alle Kosmetika zu verzichten – mit Ausnahme eines bewährten Sonnenschutzmittels. Medikamente, die häufiger solche Reaktionen auslösen, sind: Antibiotika, Blutzucker-senkende Mittel (Antidiabetika), entzündungshemmende Mittel, Johanniskraut, Entwässerungsmittel (Diuretika), Antidepressiva.

Chronische aktinische Dermatitis (CAD)
Bei CAD ist die Haut entzündlich gerötet, polsterartig verdickt, gefurcht und schuppig. Der quälende Juckreiz befällt vor allem Stirn, Wangen, Ohren, Nacken, Hals und Handrücken. Da das Aktionsspektrum breit sein kann und sich vom UV-B- bis in den sichtbaren Bereich der Strahlung hinein erstreckt , genügen kleinste Lichtmengen, die auch dünne Kleidung durchdringen, um die chronische Hautentzündung entstehen zu lassen. Die betroffenen Patienten weisen meist eine sehr niedrige UV-A-Schwelle auf und sind dadurch stark beeinträchtigt. Als Therapie wird zur Vermeidung der auslösenden Strahlung geraten. Ein besonders intensiver Lichtschutz ist hier besonders wichtig. In Extremfällen kann auch die künstliche Beleuchtung am Arbeitsplatz zur kontinuierlichen Ekzemunterhaltung beitragen. Helfen können die Verlagerung von Freizeitaktivitäten auf die Abend- und Nachtstunden, lichtschützende Kleidung und abdeckende, getönte Make-up-Zubereitungen.

Systemische Photoallergie
Das Krankheitsbild der systemischen Photoallergie gleicht weitgehend dem der akuten oder chronischen photoallergischen Kontaktreaktion. Auslöser sind Medikamente, die diese Stoffe enthalten: zum Beispiel Phenothiazine, Sulfonamide, Hydrochlorothiazid und Chinidinderivate.
Buchtipps
„Lichtdermatosen und Therapie“
Deutsches Ärzteblatt vom 04.03.2011
In diesem Artikel wird auf hohem Niveau darüber berichtet, welche Behandlungsmethoden bei welcher Form von Lichtallergie sich anbieten. Für Betroffene ist das sicher interessant, zumal auf weitere Fachartikel verwiesen wird.

P.Lehmann:
„Polymorphe Lichtdermatose: Was hilft wirklich?“
In: G. Plewig, K. Degitz (eds.): „Fortschritte der praktischen Dermatologie und Venerologie“
Springer-Verlag 2001; 336-9
Fachartikel für Hautärzte, hier werden Behandlungsmethoden und deren Erfolge aufgezählt. Der Leser erhält einen Überblick, was medizinisch schon alles unternommen wurde, um Lichtallergien zu behandeln. Auch hier hohes wissenschaftliches Niveau, da ja Fachleute für Kollegen Erkenntnisse zusammen gefasst haben.

Fotos aus den 80ern von Gisela Saloma

8

x
9

90er Jahre

1991

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11b

Noch ein paar Privat Fotos – die nicht in der Sendung wahren, mit meiner von der Uni Klinik Bochum verordneten Lichtschutzkleidung in extremsituationen.

Gisela Saloma Lichtschutz b

x
Gisela Saloma  Lichtschutz a

Ich hoffe sie gehören der Vergangenheit an !!!

Lieben Gruß und ein Herzliches Dankeschön an Frau Müller und ihrem Team – Dr. Armin Bader , Sankt – Josef – Hospital Bochum – meine Freundin Cerstin und dem Kaffee Maria in Schwerte .

Flieder

Lichtallergie Selbsthilfegruppe
http://saloma.blog.de/2010/04/10/selbsthilfegruppe-lichtallergie-lichtblick-schwerte-8341074/
Forum- Lichtallergie
http://saloma.blog.de/2011/08/08/forum-lichtallergie-11624560/
Saloma- Lichtallergie
http://saloma.blog.de/2011/06/16/saloma-lichtallergie-11326610/

Gisela Saloma

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6 Kommentare

  1. Witiger Beitrag welcher zeigt, wie lieblos unsere Mediziner und die Pharmaindustrie mit den kranken Menschen umgehen … indem sie sie statt zu heilen mit dem chemischen Zeug nur vergiften …. der schleichender Tod kann sich solche Therapie nennen …

    Liebe Grüße

    vom Chrylieb

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    1. Hallo Chrylieb
      Wir wollen nicht vergessen dass ich mit den Forschenden Pharmaunternehmen Uni Klinik Bochum- Sankt-Josef-Hospital im Fernsehen war.
      Hier habe ich nur gutes erlebt und Dr. Bader, war der erste Arzt, der daran beteiligt ist, dass ich noch lebe. Er hat mein leben gerettet.
      Er war es auch, der mir sein Beileid ausgedrückt hat, als ich die Vergiftungsdiagnose Multi -Chemische- Sensibilisierung bekam. Dass ich noch lebe ist ein Wunder.
      Ja, der Schleichende Tod, das ist richtig ausgedrückt.

      Aber die Ärzte da draußen, die es sonst noch gibt und die Uni Klinik in Frage stellen und vergiften was das Zeug hält, da hast du wohl recht. Ich habe den Mörderischen Ärzte Spießrutenlauf selbst erlebt. Ich bin schwer krank aufs übelste noch ausgelacht – schikaniert- gemoppt und finanziell ruiniert worden.
      Es ist aber auch nicht die Schuld von den Ärzten, sondern von unserer Regierung.

      A ) Sollte man solche Lichtdiagnosen endlich mal bekannt machen.

      B ) Sollten Fortbildungen bezahlt werden, dass Kleinhirnärzte auch mal was gescheites lernen.

      C ) Sollten diese Lichtallergien auch als krankheit anerkannt werden, sie tun genauso weh wie andere Krankheiten und müssen behandelt und auch die Behandlungskosten sollten von den Krankenkassen getragen werden. Wenn , wie Dr. Bader sagt, 20% der Bevölkerung an einer Lichtallergie leiden, dann wird es höchste zeit umzudenken.
      Ich habe euch doch gesagt, dass Lichtallergien nicht selten sind !

      Nicht nur dass, auch Behörden haben fleißig mitgeholfen mir psychische Diagnosen unter zu jubeln. Das ist einen Frechheit sondergleichen , wo ich doch körperlich krank bin. Jetzt habt ihr es alle mal aus dem Munde eines Arztes gehört, der mich behandelt.
      Ich hoffe mein Alptraum ist jetzt beendet, von wegen psychisch krank , da lachen ja die Hühner !

      Lieben Gruß Saloma

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  2. ich habe es gesehen, aber leider nur den Rest im Lokal, ich wünsche dir alles Gute und Liebe weiterhin , viel Kraft ganz lieben Gruß Barbara

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    1. Guten Morgen Barbara
      In der Zehne im Lokal kann man erkennen , dass ich Frei – Glücklich – Erleichtert und vor allen dingen Dankbar bin, dass es mir eeeendlich besser geht.
      Danke für deine lieben Wünsche, dir auch alles Liebe und Gute.
      Lieben Gruß Saloma

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      1. Liebe Gäste
        Mir persönlich hat der Beitrag in FrauTV sehr gut gefallen, obwohl er mit seinen 6 Minuten sehr kurz war, ist er doch sehr aussagekräftig. Auch bin ich sehr stolz darauf, dass sich die Uni Klinik Bochum nicht zu schade ist mit mir im Fernsehen zu kommen und zu mir steht. Ich meine wegen meines Vergiftungs-blogs. Ich bin stolz wie Oskar !!!
        Dann möchte ich noch sagen, dass ich weiterhin über meinen Ärzte berichte , ohne Namen zu nennen. Ich möchte euch bitten, wenn ich über die Ärzte der Uni Klinik schreibe, nicht alles auf Dr. Bader zu beziehen, ich habe dort noch mehr Ärzte.
        Vielen Dank

        Ihr wisst ja alle, dass ich es vor Jahren aufgegeben hatte ins Fernsehe zu kommen, nun war es aber so, dass die Reporter von FrauTV mich über Mail kontaktierten und ich habe zugesagt.
        Die Reporter wahren sehr nett und es ging zum teil auch sehr lustig bei den Dreharbeiten zu.
        Drehzeit für die 6 Minuten Sendezeit wahren ca. 12 Stunden über 2 tage verteilt.

        Viele Liebe Grüße

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