Antidepressiva oft wirkungsloooos

Antidepressiva oft wirkungsloooooos
Hallo Freunde, ich habe wieder Post bekommen, vom Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer, wie ihr ja alle wisst bin ich auch eins.

Liebe Mitglieder der Listen,

ein Bochumer PE war so freundlich eine
Übersetzung aus dem Amerikanischen an zu fertigen.
Ich bitte Euch um weitere Verbreitung des Textes.

Freundlich grüßt Matthias Seibt

BÜNDNIS FÜR MENSCHLICHEN FORSCHUNGSSCHUTZ
Ein Katalysator für die öffentliche Debatte: Förderung der Transparenz, Bekanntmachung und
Zugänglichkeit
http://www.ahrp.org
FYI

Zweiundzwanzig Jahre nach der US-Vermarktung von Prozac, die die Vermarktung, das Verschreiben und den weit verbreiteten Konsum von psychoaktiven Medikamenten (Drogen) veränderte, bestätigt eine Meta-Analyse von sechs großen Studien im Journal of the Medical Association (JAMA), dass die industriellen „Blockbuster-Medikamente“, die SSRI-
Antidepressiva, Placebos bei mäßigen Depressionen nicht übertreffen können.
Ebenso wie die älteren, viel billigeren trizyklischen Antidepressiva, zeigen SSRIs einen klinischen Wert nur bei einer schweren Depression, also bei „klinisch dysfunktionalen Patienten“.

Mit anderen Worten sind Antidepressiva für die meisten Menschen wertlos, für
die sie eigentlich vorgesehen sind.

Selbst vorsichtige Reporter der New York Times konnten die Berichterstattung
über die auf der Hand liegenden wissenschaftlichen Daten nicht mehr vermeiden:

„Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, eine langjährige Debatte über Antidepressiva zu beenden. Während die Studie nicht bedeutet, dass die Medikamente für jeden wertlos sind, insb. bei mittelschweren bis schweren Depressionen scheinen viele Leute zu profitieren, sieht es so aus, als biete die Studie eine Erklärung für die starken Meinungsverschiedenheiten unter Experten zu der allgemeinen Wirksamkeit der Medikamente „.
Zusammengenommen haben die früheren Studien ein verwirrendes Bild gezeichnet. Auf der einen Seite unterstützten Studien, dass die Medikamente die Symptome stark mindern. Auf der anderen Seite gibt es viele Studien, die zunächst nicht veröffentlicht wurden, oder vernichtet wurden, die keine erheblichen Vorteile im Vergleich zu Placebos nahe legen.“

Dr. Erick Turner, dessen frühere Studie „Selektive Veröffentlichung der
Antidepressiva-Tests und ihr Einfluss auf die scheinbare Wirksamkeit“ im The New
England Journal of Medicine 2008 eine Empörung der Industrie verursachte, vermied ebenfalls die unausweichliche Schlussfolgerung, dass Placebos so gut sind wie
Antidepressiva, nur ohne schädliche Nebenwirkungen:
„Ich denke, die Studie könnte die Begeisterung für Antidepressiva dämpfen, und das kann eine gute Sache sein. Die Erwartungen an die Medikamente werden nicht mehr
so groß sein, und Ärzte werden nicht überrascht sein, wenn sie nicht allen
Patienten helfen mit ihren Medikamenten.“
„Das Ausmaß des Nutzens von Antidepressiva im Vergleich zu Placebos
steigt mit der Schwere der Depression und kann minimal oder
null sein bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Depression. Für
Patienten mit sehr schweren Depressionen, ist der Nutzen von Medikamenten über
Placebo signifikant.“
http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/303/1/47

Das volle Ausmaß der schweren Schäden, die durch diese Medikamente bei
gesunden Menschen entstehen, bei denen Antidepressiva fälschlich verschrieben wurden, ist noch nicht vollständig zusammengestellt – die Verluste an Menschenleben jedenfalls zählen Tausende: Arzneimittel-induzierte Selbstmorde, Manie, Drogenabhängigkeit, Geburtsfehler …
Kontakt: Vera Hassner Sharav
veracare@ahrp.org
212-595-8974

http://www.nytimes.com/2010/01/06/health/views/06depress.html
THE NEW YORK TIMES
6. Januar 2010
Populäre Medikamente helfen nur bei schwerer Depression
Von Benedict CAREY

Einige häufig verordnete Medikamente gegen Depressionen schaffen Abhilfe in extremen Fällen, sind aber nicht wirksamer als Placebo-Pillen für die meisten Patienten, wie eine neue Analyse, die am Dienstag veröffentlicht wurde, verdeutlicht.

(…)

Der neue Bericht, erschienen in The Journal of the American Medical
Association, aus früheren Studien über zwei Arten von Antidepressiva
stellt fest, dass ihre Wirksamkeit je nach der Schwere der Depressionen variiert.

Frühere Untersuchungen hatten ein ähnliches Muster gefunden. Aber die neue Studie ist die
erste, die Behandlungsverläufe von Hunderten von Menschen mit eher mäßigen Symptomen, die den Großteil der Hilfesuchenden ausmachen, analysiert.

„Ich denke, die Studie könnte die Begeisterung für ein Antidepressiva dämpfen, und das kann eine gute Sache sein“, sagte Dr. Erick H. Turner, Psychiater an der Oregon Health and Science University

(…)

Aber Dr. Turner fügte hinzu: „Die Ergebnisse sollten nicht so sehr die Erwartungen dämpfen, dass die Menschen sich weigern, Medikamente zu versuchen.“

Ein Team von Forschern, darunter Psychologen, die Gesprächstherapie favorisieren und
Ärzte, die häufig Entscheidungsträger beraten, haben die neue Analyse durchgeführt,
mit Hilfe staatlicher Zuschüsse. Die Gruppe bewertet sechs große Prüfungen von Medikamenten, darunter 728 Männer und Frauen, etwa die Hälfte von ihnen mit schweren Depressionen und die andere Hälfte mit moderaten Symptomen.

Drei der Studien wurden mit Paxil von GlaxoSmithKline durchgeführt, einem sogenannten
SSRI und die anderen drei mit Imipramin, einem ältereren Generikum aus
der Klasse der Trizyklika. Das Team unter der Leitung von Jay C. Fournier und Robert
J. DeRubeis der University of Pennsylvania, stellte fest, dass im Vergleich zu
Placebos, die Medikamente ein viel stärkeren Rückgang der Symptome einer schweren
Depression bewirkten. (Fälle mit 25 oder höher auf einer Standard-Skala der Schwere,
im oberen Viertel der Stichprobe). Patienten mit Werten von weniger
als 25 haben kaum oder gar nicht profitiert.

„Wir waren zum ersten Mal in der Lage, eine globale Schätzung der Wirksamkeit für die Antidepressiva in diesem Bereich mittleren Schweregrads, zwischen 14 und 20 auf der Skala, zu machen, ein Bereich in dem die Ärzte sicher schon Medikamente verschreiben.“, sagte Dr. DeRubeis.

Seine Co-Autoren sind Steven D. Holion und Dr. Richard C. Shelton von
Vanderbilt University, Sona Dimidjian der University of Colorado, Dr. Jan
Fawcett von der Universität von New Mexiko und Dr. Jay D. Amsterdam vom Penn.

Die Wirkungen von anderen populären SSRI wie Prozac und Lexapro sind
wahrscheinlich nicht viel anders als die von Paxil, sagten die Experten.

Dr. DeRubeis und andere sagten, die Unfähigkeit der Antidepressiva Placebos in der Wirkung zu übertreffen bei moderaten Symptomen, stammten zum Teil aus der anhaltenden Aufmerksamkeit, die Patienten in Arzneimittelstudien von Top-Ärzten erhalten, die sich selbst helfen können, um die Symptome zu lindern, mit oder ohne Medikament. Für einige Menschen können die Nebenwirkungen den Nutzen der Medikamente ganz zu Nichte machen.

„Die Nachricht für Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen“, so Dr. DeRubeis, ist: „Schau mal, Medikamente sind immer eine Option, aber es gibt wenig Nachweise, dass sie andere Bemühungen in der Wirkung ergänzen, sei es die ärztliche Aufklärung oder Psychotherapie. “
~~~~~~~~~

Antidepressiva-Effekte und Depressionsstärke
Eine „Patient-Level“ Meta-Analyse
Jay C. Fournier, MA; Robert J. DeRubeis, PhD; Steven D. Holion, PhD; Sona
Dimidjian, PhD; Jay D. Amsterdam, MD, Richard C. Shelton, MD, Jan Fawcett,
MD
JAMA. 2010; 303 (1) :47-53.

Antidepressiva stellen die bestmögliche Behandlung für eine Major Depression dar, aber es gibt wenig Anzeichen dafür, dass sie eine höhere spezifische pharmakologische Wirkung im Vergleich zu Placebos bei Patienten mit weniger schweren Depressionen haben.

Ziel der Analyse war die Abschätzung des relativen Nutzen der Medikamente gegenüber Placebos über eine breite Spanne des Schweregrads der Symptome bei Patienten mit diagnostizierter Depression.

Die Datenquellen PubMed, PsycINFO und die Cochrane Library Datenbanken wurden von Januar 1980 bis März 2009 durchsucht, zusammen mit Referenzen aus Meta-Analysen und Bewertungen.

Studien-Auswahl:
Randomisierte Placebo-kontrollierte Studien von Antidepressiva, die von der Food and Drug Administration zur Behandlung von Major- oder Minor Depressionen genehmigt wurden, wurden ausgewählt. Die Studien wurden einbezogen, wenn ihre
Autoren die erforderlichen Original-Daten bereit stellten, es sich um Erwachsene
ambulante Patienten handelte, sie einen Vergleich zwischen Medikament und Placebo für mindestens 6 Wochen enthielten, keine Patienten auf der Grundlage der „Placebo washout period“ ausgeschlossen wurden, und die Hamilton Depression Rating Scale (HDRS) verwendet wurde. Daten aus 6 Studien (718 Patienten) wurden einbezogen.
Datenextraktion:
Individuelle Patienten-Level-Daten wurden von den Studien-Autoren gewonnen.

Ergebnisse:
Medikament-Placebo-Unterschiede variierten substantiell als eine Funktion des Ausgangswertes der Schwere der Depression. Bei den Patienten mit HDRS-Werten unter 23 lag der sog. Cohen D-Effekt für die Differenz zwischen Medikament und Placebo
unter 0,20 (eine Standard-Definition eines geringen Effekts).
Schätzungen über das Ausmaß der Überlegenheit von Medikamenten im Vergleich zu Placebo erhöhten sich mit dem Anstieg des Ausgangswerts der Depressionsschwere und überschritten schließlich den Schwellenwert, definiert durch das National Institute for Clinical Excellence, für eine klinisch signifikanten Unterschied mit einem HDRS-Wert von mindestens 25.

Schlussfolgerungen: Die Höhe der Überlegenheit von Antidepressiva im Vergleich
zu Placebos steigt mit dem Schweregrad der Depression und kann
minimal oder gar nicht vorhanden sein bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer
Symptomatik. Für Patienten mit sehr schweren Depressionen ist die Überlegenheit der
Medikamente im Vergleich zu Placebos beträchtlich.

Autoren-Zugehörigkeit: Abteilung für Psychologie (Herr Fournier und Dr. DeRubeis)
und Psychiatrie (Dr. Amsterdam), University of Pennsylvania, Philadelphia;
Departments of Psychology (Dr. Holion) und Psychiatrie (Dr. Shelton),
Vanderbilt University, Nashville, Tennessee, Department of Psychology,
University of Colorado in Boulder (Dr. Dimidjian) und Department of
Psychiatry, University of New Mexico School of Medicine, Albuquerque (Dr
Fawcett).

FAIR-USE-HINWEIS: Enthält möglicherweise urheberrechtlich geschützte (C) Materialien, deren Verwendung nicht immer ausdrücklich durch die Inhaber des Urheberrechts genehmigt wurden. Die Materialien werden zur Verfügung gestellt für Forschungszwecke, zum besseren
Verständnis der Menschenrechte, der Demokratie, wissenschaftlichen, moralischen, ethischen Fragen, sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit, etc. Es wird angenommen, dass dies ein „fair use“ darstellt „von urheberrechtlich geschütztem Material im Sinne von Titel 17 USC
Abschnitt 107 des US Copyright Law“. Dieses Material wird kostenlos verteilt.

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2 Kommentare

  1. alles gute … erstmal

    ich hab das selbst erlebt dass antidepressiva wirkungslos sind was pos. wirkung betrifft
    denn nebenwirkungen sind nicht ohne …
    und die natur hat bereits ein antidepressiva auf die welt gebracht … nur ist man kriminell wenn man es verwendet sodass auch keine anwendung (kein missbrauch) stattfinden darf was für mich braune indeologie irgendwie widerspiegelt wenn man mit dem leid von menschen spielt und sie sich nichtmal selbst effektiv helfen dürfen – und wenn sie es doch tun werden sie in gefängnisse gesperrt usw. oder anders diskriminiert wie ich in meinem buch geschilder hab

    gibt auch studien die ernsthafte schäden bei längeren antidepressiva konsum haben … wie zb diabetis
    zudem sind schon mehr menschen an antidepressiva gestorben (die nach unserer wissenschaftlichen ?? medizin ja zugelassen und sicher sein sollen) als bei jener methode die ich im buch beschrieben habe

    ich hab meine erlebnisse und erfahrungen mal verfasst in ein pdf
    http://www.scribd.com/scheinbar

    viel spass beim lesen … ;o)

    grüße

    Gefällt mir

    1. Hallo dawed
      Ja, da schreibst du was, wie man lesen kann hat mir das Zeug nur Unglück gebracht.
      Habe ende der 80ern angefangen zu malen , es hat mir psychisch geholfen, aber man wollte das nicht anerkennen. Komisch, dass niemand in der Psychozehne gesundgeschrieben wird, was das den wieder mal für einen Grund hat ?
      Habe mal in deinem link geschnüffelt und gesehen, dass es hier um Cannabis geht. Hatte Letztes Jahr gehört, dass es ein Gerichtsurteil in Deutschland gibt, das Cannabis als Heilmittel bei einem kranken Menschen anerkannt wurde.
      Lieben Gruß Saloma

      Gefällt mir

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